Recife
Hauptstadt des Bundesstaates Pernambuco und bedeutendster Handelshafen in der Region Nordeste. Recife, 1,3 Millionen Einwohner, macht seit Jahren eine sprunghafte Entwicklung durch, die es an die Seite der Metropolen Salvador und Fortaleza rückt. Im Gegensatz zur Wirkung Salvadors ist man von Recife kaum auf den ersten Blick begeistert. Auch hat die Geschichte weniger fesselnde Spuren hinterlassen. Die tropische Feuchtigkeit hat Haus- und Kirchenmauern mit einem schwarzen Aussatz überzogen, und mehr als anderswo spürt man die sozialen Spannungen und Widersprüche, durch Zehntausende von Retirantes verstärkt, die in den Sümpfen vor den Stadttoren ihr elendes Dasein fristen. Was die allgegenwärtigen Straßenkinder betrifft, die zu jenem Millionenheer gerechnet werden müssen, die in Lateinamerika täglich ums Überleben kämpfen, so empfehlen wir die erzählende Dokumentation von Uwe Pollmann: “Im Netz der grünen Hühner - Die Straßenkinder von Recife (Lamuv-Verlag)”. “Grüne Hühner” ist übrigens die ironische Bezeichnung für die grün uniformierte, als äußerst brutal bekannte, brasilianische Militärpolizei. Wenngleich der Recife wegen seiner Flüsse und Kanäle verliehene Beinamen “Venedig Brasiliens” stark übertrieben scheint, so strahlt es doch viel Persönlichkeit aus. Recifes anziehende Seite hängt mit seinem unversehrten Naturell, den ursprünglichen Traditionen und seinem Lebensrhythmus zusammen, was einen letztendlich doch in den Bann dieser Millionenstadt schlägt. Der Karneval hat sich eine Kraft und Spontaneität bewahrt, die er in Rio längst eingebüßt hat und die sich auch in Salvador kaum noch erahnen läßt. Weiterer Pluspunkt: Olinda, die einstige Hauptstadt Pernambucos, liegt nur sechs Kilometer weiter und hat uns mit seinen steingewordenen Wundern aus der Kolonialzeit und seiner glanzvollen Vergangenheit überhaupt einiges auf Lager.
Ein durchziehender Dichter hat Recife immerhin eine Gedichtzeile gewidmet: “Wäre Recife ein Lied, so wäre die Tonart unweigerlich die Sonne, unterstützt vom Notensystem des Himmels” (im Portugiesischen schreibt sich die Note “sol” wie die Sonne). Festzuhalten bleibt, daß Recife unbedingt einen Besuch wert ist.
Dia Show von Wolfgang Besche
Kurzer Ausflug in die Geschichte
Am Anfang segelte Recife (wörtlich “Riff”), ein unbedeutender Hafenplatz, im Windschatten Olindas, der Hauptstadt. Sein Name ist, ganz den natürlichen Verhältnissen entsprechend, von dem aus Riffen bestehenden Brandungsgürtel abgeleitet. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts bemächtigten sich die Holländer beider Städte und bemühten sich, Recifes Entwicklung voranzutreiben. Sie blieben etwa dreißig Jahre, bevor sie von den Portugiesen wieder vertrieben wurden. Das Goldene Zeitalter des Zuckers im 17. und 18. Jahrhundert trug zum Reichtum Olindas und zur Ausdehnung von Recife bei. Letzteres schwang sich innerhalb kurzer Zeit zur eigentlichen, wirtschaftlich tonangebenden Metropole auf. Die Verleihung der damit verbundenen Stadtrechte geschah Anno 1825.
Recife zeichnet eine intensive intellektuelle und kulturelle Aktivität vor vergleichbaren Städten aus. Verschiedene Bewegungen, die für die Unabhängigkeit des Landes eintraten oder gegen den Kaiser kämpften, nahmen hier ihren Anfang. In diesem Zusammenhang ist auf die republikanische Revolte von 1817 hinzuweisen. Vor dem militärischen Staatsstreich 1964 waren Recife und der Staat Pernambuco ein Schmelztiegel neuer Ideen und Erfahrungen. Zum Beispiel förderten der Gouverneur Miguel Arraes und der Abgeordnete Francisco Juliao die “Ligas camponesas” (Bauernvereinigungen), um eine Agrarreform auf den Weg zu bringen. Auch allen anderen Arbeitern im Staat sollte ein Mindestgehalt garantiert sein.
Der Fall Dom Helder Câmara
Jahrelang wetterte eine gewaltige Stimme gegen Ungerechtigkeit und Misere im Nordeste, ohne in Resignation oder Fatalismus zu verfallen: Dom Helder Câmara, der “rote” Erzbischof von Recife und Olinda. Dieser von manchen schon zu Lebzeiten als Heiliger verehrte Kirchenmann tat viel für die Armen und Unterdrückten. Seiner machtvollen Stimme hatte er in der ganzen Welt Achtung verschafft. Câmaras innerhalb der verkrusteten Kirche als progressiv gehandelten Ansichten verdienten Gehör, selbst wenn oder gerade weil sie häufig genug unbequem für die Mächtigen waren. Zur Rolle der traditionell eher auf der Seite der Mächtigen agierenden katholischen Kirche befragt, namentlich zum restaurativen Treiben Karol Wojtylas und seines Inquisitionsbeauftragten Ratzingers, äußerte sich Câmara dagegen ausweichend: “Von Anbeginn an war die Kirche immer Heilige und Sünderin: heilig in Jesus Christus, Sünderin wegen der menschlichen Schwäche ihrer Priester, Bischöfe und Päpste.” Câmaras Nachfolger auf dem Bischofsstuhl, der erzkonservative Dom José Cardoso Sobrinho, jahrzehntelang Professor für Kirchenrecht in Rom und ganz auf der Linie des engstirnigen Oberhirten, hatte nach seinem Amtsantritt nichts Eiligeres zu tun, als zwei fortschrittliche Priesterseminare zu schließen, linke Favela-Priester bespitzeln und verfolgen zu lassen und einer Menschenrechtsorganisation im Bistum Olinda/Recife die Unterstützung aufzukündigen. Insgeheim trauert er wahrscheinlich der Militärdiktatur nach … Fazit: Befreiungstheologie und fortschrittliche Kirchenkräfte liefern der römischen Amtskirche heute bestenfalls noch Rückzugsgefechte. Die konservative Richtung ist in Anbetracht der Kräfteverhältnisse innerhalb der brasilianischen Bischofskonferenz (CNBB) eindeutig vorgegeben. Insgesamt eine eigentlich zu begrüßende Erscheinung, weil sie so manchem Noch-Gläubigem den Absprung von seinem Verein erleichtern wird, indem er lernt, sein Schicksal nur durch eigene Kraft verändern zu können, statt seine Bedürfnisse und Wünsche bis zum ewigen Leben in den Himmel zu verschieben.
Das mystische Recife
In Recife erwarten uns die reinsten und ursprünglichsten afro-brasilianischen Riten. In den Terreiros (Tempeln, Pfarreien) wird der Xangô praktiziert, Äquivalent zum salvadorianischen Candomblé in Bahia. Der Xangô ist ein, dramatische und mysterienhafte Elemente in sich vereinender Kult von außergewöhnlicher Schönheit. Zahlreiche Veranstaltungen im April, August und September belegen dies. Da es Hunderte von Terreiros gibt, kann man sich die Zahl der abgewandelten Riten vorstellen. Eine solche Nuance heißt z.B. Tendas de umbanda. Wir meinen, die Zeremonien in Recife sind aufgrund ihrer Spontaneität und des aufwendigen Drumherums die sehenswertesten überhaupt. Wer seinen Aufenthalt dort um Mitte Juli plant, sollte einen der Süßwassergöttin Oxum gewidmeten Kultabend miterleben und einem Toque (öffentliche Zeremonie) beiwohnen. Letztere spielen sich in den entlegenen Vorstadtvierteln ab. Man sollte keine Minute zögern, an einem solchen Abend teilzunehmen, obwohl man dort wahrscheinlich der einzige Ausländer sein wird. Uhrzeit, Ort und Datum sind der Presse und den Broschüren des Fremdenverkehrsamtes zu entnehmen. In einem solchen Terreiro angekommen, stellt man sich zuerst dem Pai de Santo (Heiligenvater) vor, der einen unter Umständen die Kapellchen mit den Opferstöcken anschauen läßt. Die Feier zu Ehren der Göttin Oxum findet in einem weitläufigen, ganz in Gelb gehaltenen Saal statt. Blumen und Opfergaben sind ebenfalls gelb - die Farbe der Göttin. Die Zeremonie beginnt um 20 Uhr und zieht sich manchmal bis 2 Uhr morgens hin. Ein aus drei Trommlern bestehendes Orchester untermalt die verschiedenen Phasen in schillernden Klangfarben. Die Gesänge werden in afrikanischer Sprache dargeboten. Nach den Tänzen und Figuren, welche die bösen Geister vertreiben sollen, folgen sich abwechselnde Einsätze von Pai de Santo und den Chorsängern. Hierbei treten die tranceartigen Zustände von Besessenheit mit ständig steigender Spannung auf, und die Dramatik wird durch Trommelwirbel noch verstärkt. Zwangsläufig bemerkt der Zuschauer und -hörer, daß die zu Beginn wahrgenommenen, sich scheinbar nur wiederholende Musik von großer Themen- und Rhythmenvielfalt ist. Sobald ein “Besessener” (oder eine Besessene) sich der Trance zu intensiv hingibt, wird er oder sie von Freunden und Mittänzern umkreist und wieder besänftigt. In solchen Momenten zeigt sich der außergewöhnliche innere Zusammenhalt jener sozialen Gruppe, die einen Terreiro ausmacht. Man sollte nach Beendigung der Zeremonie noch etwas Geduld aufbringen und das eigentliche Ende, einen weiteren Höhepunkt, abwarten. Die ganze Gesellschaft begibt sich, teilweise im Bus, teilweise im Auto oder Lastwagen, an einen weit außerhalb gelegenen Ort mitten in der Natur, um einem Fluß und somit der Wassergöttin die Opfergaben darzubieten. Die “Besessenen” stürzen sich in einem Begeisterungstaumel ins Wasser und besprengen sich gegenseitig mit dem geweihtem Naß, während Körbe voller Blumen und Früchte unter dem Geböller von Feuerwerkskörpern, bei Raketenlärm und Freudengeschrei, der Strömung überlassen werden. Es ergeben sich einzigartige Momente voller Emotionsgeladenheit und Authentizität; Fotografieren ist nicht gestattet.
Die wichtigsten Festtage im Xangô-Kalender:
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20. Januar - Obaluayê (Sao Sebastiäo)
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23. April - Ogum (São Jorge)
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24. Juni - Xangô (São João)
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16. Juli - Oxum (Nossa Senhora do Carmo)
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26. Juli - Nanâ Burukú (Santa Ana)
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24. August - Exú (São Bartolomeu)
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27. September - Ibeijís (Cosme und Damião)
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04. Dezember - Iansâ (Santa Bárbara)
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13. Dezember - Ossae (Santa Luzia)
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31. Dezember - Festa de Aiê (Senhor do Bonfim).
Pernambuco kulinarisch
Die Küche des Nordeste ist reichhaltig und dennoch ihren volkstümlichen Wurzeln verpflichtet. Ihr oberstes Ziel ist es, den Hungrigen zu sättigen - wenn das so selbstverständlich wäre, bräuchten wir es hier nicht hervorzuheben. Eines der dafür typischen Gerichte ist die im Gepäck der Portugiesen nach Brasilien gelangte Galinha da cabidela. Dabei handelt es sich um ein im eigenen Blut gekochtes Huhn mit Püree oder Reis, das in den einfachen Lanchonetes für eine verschwindend geringe Summe zu haben ist. Zweites Standardgericht breiter Bevölkerungsschichten ist das Carne de sol: zarteste Rindfleischstücke (Rippenstück oder Contre-Filet) werden mit Salz bestreut und mehrere Tage lang in der Sonne getrocknet. In armen Regionen wie dem brasilianischen Nordosten ist Pökelung tatsächlich eines der wenigen Mittel, verderbliche Nahrung zu konservieren. Für das Mao de vaca werden gehackte Rinderfüße mit Zwiebeln, Knoblauch und verschiedenen Kräutern zubereitet; die Fleischsauce wird aufbewahrt und nach und nach mit dem Mandioca-Mehl vermischt. Daraus entsteht ein ziemlich klebriger Teig (Pirao), der zu Fleisch gereicht wird. Er kann auch mit dem Cozido pernambucano, einer Art Eintopf aus Muskelsträngen und Rinderrippen, auf den Tisch kommen. Freilich: diese weit verbreiteten Gerichte rücken für die Ärmsten der Armen schon in die Nähe der kulinarischen Folklore, da die Fleischpreise hoch liegen und das Geld denkbar knapp ist. Sie können sich also nicht einmal mehr die Kost “der kleinen Leute” leisten. Vergessen wir auch den Stellenwert des Saparatel nicht, Darm vom Schwein oder einem anderen Tier, ergänzt durch Mandioca-Mehl. Die Buchada wird wiederum entweder aus dem Magen oder den Eingeweiden eines Ziegenbocks zubereitet (schmeckt gar nicht mal übel!). Dazu kommen die vielfältigen Tiragostos, Appetithäppchen aus Meeresfrüchten. Auffällig ist die Zurückhaltung der pernambucanischen Küche in Bezug auf Fischgerichte. Außer der Peixada, einer Suppe aus Fisch und Gemüse, finden sich kaum andere Mahlzeiten mit Fisch.
Obst
Exotische Früchte werden auch in Recife unsere Geschmacksknospen anregen. Wie in Belém übersteigt die verschwenderische Fülle die Vorstellungskraft eines Europäers. Während eines Bummels über den Markt kann man schon einiges entdecken: die Pitanga, mild und flüssig, und die süß-saure Caju; die Seriguela, die Acerola, kleine rote Früchte mit exquisitem Geschmack, und schließlich noch die Caja und die Mangaba, eine winzige, grüne und runde Frucht. Das alles gibt es im “Sommer” (im Norden im Dezember, Januar und Februar.) Im “Winter” ist das Angebot weniger reichhaltig; man stößt hauptsächlich auf Pinha, von einer Art Wabenpanzer umschlossen und geschützt, deren Fruchtfleisch dickflüssig und milchig ist. Ferner sind die Graviola und die schwer verdauliche Jaca im Angebot. Die eher teigige Saputi-Frucht hat sogar eine Samba-Schule in Rio zu einem Lied beflügelt, was ihrem Beliebtheitsgrad außerordentlich förderlich war. Besagtes Lied erzählt die Geschichte der Saputi, die von einem portugiesischen König eingeführt wurde und heute in die USA ausgeführt wird. Sie ist es, die einigen Kaugummis den fruchtigen Geschmack verleiht.
Olinda
Als ehemalige pernambucanische Hauptstadt ist Olinda - neben Ouro Preto eines der Schmuckkästchen Brasiliens - dank seines Grüngürtels und vor allem dank der UNESCO, welche die Stadt zum “Kulturerbe der Menschheit” erklärte, von den architektonischen Übeln der Neuzeit weitgehend verschont geblieben. Ein Netz steiler und abschüssiger Sträßchen, von Gebäuden mit freundlich-bunten Fassaden aus der Kolonialzeit gesäumt, der unendliche Reichtum zahlreicher barocker Kirchen, die Anmut mauresker Springbrunnen machen Olinda derart gemütvoll und ursprünglich, daß man sich an den Bossa Nova erinnert fühlt.
Hinzu kommt, daß sich in Olinda, aufgrund seines Sonderstatus, eine ganz besondere Lebensart entwickelt hat. Ein merkwürdige buntscheckiges Völkchen aus Musikern, Dichtern, Sonderlingen und lebenslustigen Zeitgenossen hat das Städtchen in einen angenehmen Aufenthaltsort verwandelt. Innerhalb Olindas ist Nichtanwohnern das Autofahren untersagt, um die voller Geschichte steckenden Pflastersteine und die Nerven der Passanten zu schonen. Olinda steckt voller Leben, auch wenn es tagsüber auf den ersten Blick vielleicht nicht danach aussieht. Es genügt, freitag- oder samstagabends in den Kneipen am Alto da Sé einzukehren, um sich davon zu überzeugen.
Geschichte verpflichtet: hier hat man an einen alten, reizvollen Brauch wieder angeknüpft, die tropisch-sinnliche Serenade. Nicht zu vergessen auch der Karneval. Wer die hemmungslose Verrücktheit und die zügellose Gewalt des Karnevals von Rio fürchtet, wer sich von Exzessen des Aufmarsches in Salvador erschreckt abwendet und eigentlich “nur” auf der Suche nach einem kleinen, unverfälschten Volksfest ist, wo Freude und Vergnügen nicht gleichbedeutend sind mit Herzattacken oder nicht enden wollenden Trinkgelagen, der sollte nach Olinda kommen. Vielleicht ist der Karneval von Olinda tatsächlich der einzige in Brasilien, der ein anderes, vom Klischee abweichendes, fast alternativ zu nennendes Bild bietet. Obacht! Olinda hat etwas von der Göttin Lemanjá: wen es einmal in seiner Macht hat, den läßt es nicht so schnell wieder los. Und das könnte die Reiseplanung ins Schleudern bringen.
Aus der Geschichte
Da Olinda von Recife nur sechs Kilometer trennen, ist auch die Geschichte der beiden Städte eng miteinander verknüpft. 1537 von Duarte de Coelho gegründet, nahm Olinda einen raschen Aufschwung und errang eine für Pernambuco strategisch wie wirtschaftlich entscheidende Bedeutung. Zur ökonomischen gesellte sich bald die kirchliche Macht, so daß sich das Städtchen für von verschiedenen Orden (u.a. von Franziskanern und Karmelitern) am Ende des 16. Jahrhunderts errichtete Klöster und Kirchen als Standort anbot. Olinda beherbergte schon früh den Besitzer der einzigen Capitania (Erblehen), die sich durch den Zuckerrohranbau entwickelte. Dieser Vorherrschaft setzten 1631 plündernde Holländer ein Ende, indem sie Feuer in der Stadt legen und dadurch einen Großteil ihrer Schätze vernichten. Doch der Glaube hilft nicht nur Berge zu versetzen, sondern auch dabei, Klöster und Kirchen voller Zuversicht - und diesmal feuerfest - wieder aufzubauen (die meisten der heute noch zu besichtigenden Baudenkmäler stammen denn auch aus dieser Zeit). Die führenden Zuckerrohranbauer lassen sich auf den sanften, das Meer überragenden Hügeln nieder und nehmen den Ausbau des späteren Hafens von Recife in Angriff. Die Folgen ließen nicht lange auf sich warten: 1825 muß Olinda seinen Rang als Verwaltungshauptstadt an Recife abtreten. Ersteres sinkt für lange Zeit in einen Dornröschenschlaf, um heute - als Juwel, das sich aus der Kolonialzeit hinübergerettet hat - zu unserem größten Vergnügen wieder aufzuwachen.
Quelle: Interconnections

